Die Insel Wollin - eine Region mit Zukunft

Der Reichtum der Natur, die Schönheit der Landschaft, der spezifische Reiz der Insel Wollin, ihre Lage an der Odermündung im Grenzbereich zwischen Stettiner Haff und Pommerscher Bucht – das sind die Hauptgründe für das Interesse der Ökologen und Touristen aus dem In- und Ausland für diese polnische Region.

Die Insel Wollin wurde in internationale Programme einbezogen, die auf die Bewahrung der endemischen Natur im Becken der Ostsee und auf die biologische Artenvielfalt des Stettiner Haffs und der Odermündung zu Wasser und an Land abzielen.

Die auf der Insel Wollin eingeleiteten Maßnahmen zur Bewirtschaftung und zum Schutz stehen in Übereinstimmung mit den Richtlinien dieser Programme. Der Fortschritt bei der Bewahrung der Umwelt vor Zerstörungen ermöglicht von Jahr zu Jahr ein immer attraktiveres touristisches Angebot .

Heute können wir bereits feststellen, dass der Tourismus auf der Insel Wollin die natürliche Umwelt nicht bedroht, und umgekehrt gibt es auch für die Touristen keine Bedrohung durch eine verschmutzte Umwelt.

Eine Verbesserung trat durch die Realisierung eines Komplexprogramms ökologischer Maßnahmen, darunter zahlreicher notwendiger Investitionen, im zurückliegenden Jahrzehnt ein. Das Spektrum der Versäumnisse auf diesem Gebiet hatte zur Folge, dass im Jahre 1991 die drei Gemeinden Dzwinów/Dievenov, Międzyzdroje/Misdroj und Wolin/Wollin den Gemeindeverband der Insel Wollin gebildet haben, um gemeinsam, planvoll und komplex zu handeln.

Der Verband beschloss die Realisierung von Aufgaben aus den Bereichen

  • Raumordnung und Tourismus
  • Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutz, und besonders die Errichtung von Kläranlagen und Kanalisationseinrichtungen,
  • Bewirtschaftung der Trinkwasservorräte.

Aufgrund der Grenz- und Küstenlage, der Existenz des Nationalparks Wollin und der Tourismusfunktion der Region erhielt das vom Verband erarbeitete „Programm komplexer ökologischer Maßnahmen auf der Insel Wollin“ inhaltliche und finanzielle Unterstützung durch die miteinander verbundenen Gemeinden, die polnischen Behörden und durch internationale Institutionen und Organisationen, die für den Schutz der Natur und der Umwelt wirken. Dank der konsequenten Realisierung des Programms haben wir im Jahre 2001 den Bau aller geplanten biologischen Kläranlagen mit einer Durchlassfähigkeit von insgesamt 20 100 m3/d zusammen mit den grundlegenden Systemen der Sanitärkanalisation abgeschlossen. In den Städten Wollin und Międzyzdroje/Misdroy wurden Gasnetze gebaut. Realisiert werden weitere Investitionen in den Bereichen Wasserwirtschaft und Abfallwirtschaft.

Die erzielten ökologischen Effekte lassen die Feststellung zu, dass wir auf einer Fläche von über 260 km2 die Anforderungen erfüllen, die in den betreffenden Direktiven der Europäischen Union enthalten sind. Das finanzielle Engagement der Europäischen Union im Rahmen des Programms zur Grenznahen Zusammenarbeit Phare hatte bedeutenden Einfluss auf die erreichten Ergebnisse.

Das Investitionsprogramm der Insel Wollin entstand, wenngleich es sehnlichst erwartet worden war, nicht losgelöst von dem gesamten regionalen Modell der nachhaltigen Entwicklung. Der Verband der Gemeinden der Insel Wollin sorgte zusammen mit dem Nationalpark Wollin für gute Grundlagen der Zusammenarbeit auf den für die Insel so wichtigen Gebieten Naturschutz, Umweltschutz und Tourismusentwicklung.

Gemeinsam haben wir zwei internationale ökologische Workshops organisiert. Im Jahre 1994 lautete das Thema „ Das Programm der Bewirtschaftung und Entwicklung der Insel Wollin“ und im Jahre 2000 „Die Insel Wollin – nachhaltige Entwicklung im Grenzgebiet“. Während der Konferenzen, auf örtlichen Tagungen und in der Diskussion stellten wir fest, dass die Programme der nachhaltigen Entwicklung, die auf beiden Seiten der Grenze realisiert werden, die größte Chance für die Zukunft unserer Region sind.

Wir waren bemüht, die Postulate unserer gemeinsamen Aktion „Odermündung – Landschaft des Jahres 1993/94“ genauestens umzusetzen, unter anderem zu 100 % auf dem Gebiet der Begrenzung von Verunreinigungen, die von der Insel Wollin in die Gewässer des Stettiner Haffs und der Pommerschen Bucht gelangen.

Auf die gute und sehr umfangreiche inhaltliche Zusammenarbeit auf der Gemeinde-, Wojewodschafts-, Landes- und auf der internationalen Ebene sind wir stolz, und wir verstehen sie als Verpflichtung. Die Geste des Händedrucks, die das Symbol der Naturfreunde Internationale darstellt, ist ein Symbol unserer grenzüberschreitenden Kontakte, ein Symbol der gegenseitigen, auch die Region betreffenden Verbundenheit - des Gegenstandes unseres Handelns.

Die Insel Wollin sowie die Gemeinden Dziwnów/Dievenov, Międzyzdroje/Misdroy und Wolin/Wollin haben immer mehr zu bieten, gegenwärtig und in der Zukunft. Die ökologischen Investitionen haben eine Verbesserung des Lebensstandards der Bewohner und der Erholungseffekte für die Touristen bewirkt. Sie haben eine Reihe weiterer Investitionsinitiativen im Tourismussektor ausgelöst. Der in Dziwnów/Dievenov errichtete Sportkomplex, die entstehenden agrotouristischen Einrichtungen, neue Reitsportzentren in der Nähe der Gestüte, die alljährlich organisierten Wikinger-Festivals in der Gemeinde Wollin, schöne Kulturobjekte und die jährlichen Festivals mit Stars in Międzyzdroje/Misdroy sind nur einige Vorschläge.

Die andauernde Modernisierung der Schnellverkehrsstraße Nr. 3 wird die Bedingungen für die Anreise in die Touristenorte der Insel und des Transits nach Świnoujście/Swinemünde und weiter auf dem Landwege über den Grenzübergang nach Deutschland oder auf dem Wasserwege über das Stettiner Haff und die Ostsee weiter verbessern.

Für die Zukunft der Region haben wir dauerhafte Grundlagen einer nachhaltigen Entwicklung geschaffen: durch Achtung der natürlichen Umwelt, der Natur und der Landschaft und vor allem durch gegenseitige Verbundenheit und Zusammenarbeit.

Urszula Jakuczun
Verband der Gemeinden der Insel Wollin
72-500 Międzyzdroje, ul. Cicha 2

Dieser Text kommt von der Broschüre unter dem Titel: ,,Die Weichen sind gestellt- Zwei Insel stellen sich vor- Wege in eine gemainsame Zukunft“. Herausgeber: Inselfreunde Usedom e.V.-Verband zum Schutz, zur Pflege und Entwicklung der Region in Zusammenarbeit mit der Usedomer Bäderbahn GmbH der Sadtverwaltung Swinemünde, dem Verband der Gemeinden der Insel Wollin, dem Naturpark Insel Usedom, dem Nationalpark Wollin.
Übersetzung: Prof. Dr. Ulrich Drechsel, Donata Wójcik


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